1450: Erfindung des Buchdrucks
Mit Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks konnten astrologische Abhandlungen, Almanache und Ephemeriden weite Verbreitung finden. Diese Schriften erleichterten den Astrologen ihre mühsamen Berechnungen beträchtlich. Zudem machten sie die Astrologie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich.
 
1473 - 1543: Kopernikus und die Kopernikanische Wende
Kopernikus stellte das geozentrische Weltbild es Ptolemäus in Frage und setzte die Sonne an Stelle der Erde in den Mittelpunkt des Universums. Seine Theorie - der Heliozentrimus - konnte er erst mit der Erfindung des Fernrohrs durch Galilei im 17. Jahrhundert beweisen. Der polnische Astronom war ein hervorragender Wissenschaftler, der die Astrologie als wesentlichen Bestandteil seines Fachs betrachtete. Er bat sogar den Astrologen Rhaeticus, das Vorwort zu seinem Hauptwerk zu schreiben.
 
Ab 15. Jahrhundert: Triumph auf der ganzen Linie
Das Herrschergeschlecht der Valois schuf zu Beginn des 16. Jahrhunderts den Posten des königlichen Arzt-Astrologen. Somit hielt die Astrologie bei Hof Einzug. 1520 richtete der Vatikan ebenfalls einen astrologischen Lehrstuhl in Rom ein. Ab 1450 wurde an allen europäischen Universitäten, etwa an der Sorbonne, Astrologie gelehrt.
 
1503 - 1566: Nostradamus
Der französische Astrologe Michel de Nostredame, genannt Nostradamus, weckte das Interesse der Königin Katharina von Medici für Astrologie, indem er den tödlichen Unfall ihres Sohnes, König Henri II, anlässlich eines Turniers voraussagte. Sein Werk besteht hauptsächlich aus astrologischen "Jahrhundertkalendern", Prophezeiungen für die Zukunft der Welt... die im Jahr 3797 enden! Er erklärte, dass sowohl sein astrologisches Wissen als auch sein Gottesglaube ihm die Weissagungen eingaben. Nostradamus sagte seinen eigenen Tod auf den Tag genau voraus!
 
Nach 1550: Rückschläge und Unterdrückung
Seit der Mitte des 16. Jahrhunderts war die Begeisterung für die Astrologie, beflügelt durch die weite Verbreitung der Almanache, begleitet von vielfältigen magischen Praktiken. Das nahm derartige Ausmaße an, dass François I 1550 ein Edikt erließ, in dem er die Verfasser von Almanachen verdammte. Die Ständeversammlung von Orléans 1560 bekräftigte das Verbot. Auch die Inquisition verfolgte zahlreiche Astrologen und verbrannte sie auf dem Scheiterhaufen, so zum Beispiel Michel Servet in Genf (verurteilt von dem Protestanten J. Calvin) und Hans Huss, hingerichtet in Böhmen.
 
1571 - 1630: Johannes Kepler
Der janusköpfige große Astronom und Mathematiker Kepler neigte einerseits der Renaissance zu, andererseits der Moderne. Er definierte die Gesetze der Planetenbahnen, mit denen noch heute gearbeitet wird. Obgleich er die Verirrungen gewisser Astrologen kritisierte, betrachtete er diese Disziplin als "eine Grundwissenschaft der Menschheit". Er übte sie bis zu seinem Tod aus. Er entdeckte die "Kepler-Aspekte", die kleinen Aspekte wie das Halbquadrat (45°) und das Eineinhalbquadrat x (135°), die noch heute bei Astrologen in Gebrauch sind.
 
Die Astrologie ist getragen von zyklischem Denken, in Anlehnung an die Kreisbahnen der Planeten. Diese verkörpern so zu sagen das Gesetz der Wiederkehr. Und so zeigt die königliche Kunst der Sterndeutung ebenfalls eine wellenförmige Entwicklung: Auf den Glanz der Renaissance folgte eine Verbannung in die Wüste, die etwa drei Jahrhunderte andauerte.
 

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