5. Jahrhundert: Konzil von Toledo
Im 5. Jahrhundert belegte das Konzil von Toldeo jeden mit dem Bann, der "dem Glauben an Astrologie oder Weissagungen anhängt." Trotzdem entwickelte sich die Astrologie in Europa weiter, wenngleich im Untergrund. Doch wie schon Jahrhunderte zuvor in Rom, gehörte es auch jetzt in Herrscherhäusern zum guten Ton, sich einen Astrologen zu halten.
 
Kaiser Justinian
529 schloss Kaiser Justinian auf Drängen seiner Gemahlin, Kaiserin Theodora, die Schule von Athen, wo man die wissenschaftliche Astrologie pflegte. Die Astrologen wurden aus Byzanz und Griechenland vertrieben und fanden vor allem in Persien Zuflucht.
 
11. Jahrhundert: Pierre Abälard, genannt "der Große Abälard"
Um sich dem Zorn der Kirche zu entziehen, die dem Fatalismus der Astrologie feindlich gegenüberstand, traf Abälard im 11. Jahrhundert die Unterscheidung zwischen "naturalia" - natürliche Phänomene wie das Wetter, also vorhersagbar - und "contingentia" - nicht vorhersehbare Erscheinungen, die von göttlicher Vorsehung abhängen und dem freien Willen des Menschen unterliegen.
 
1225 - 1274: Thomas von Aquin
Der Hl. Thomas von Aquin verkörperte das astrologische Wissen des Mittelalters und versuchte, die Gegensätze des Fatalismus der Astrologie und der göttlichen Gnade zu vereinen. So lehrte er, dass die Sterne einen direkten Einfluss auf den menschlichen Körper und einen indirekten auf die Seele ausüben.
 
1257 - 1315: Pierre d'Abano
Pierre d'Abano war ein erbitterter Gegner der päpstlichen Macht und trieb den astrologischen Fatalismus so weit, dass er den freien Willen und die Wunder der Vorsehung rundheraus leugnete. Er lehrte, dass alle Ereignisse sich aus den Planetenbahnen herleiten lassen. Die Kirche bezeichnete sein Werk als schädlich, nach seinem Tod wurde sein Bildnis verbrannt.
 
1214 - 1294: Roger Bacon
Um der Zensur der Kirche zu entgehen, unterschied der von der Esoterik begeisterte englische Mönch - genannt Doctor Mirabilis - in seinen Schriften (Opus minimus...) zwischen erlaubter und schädlicher, teuflischer Astrologie. Man beschuldigte ihn aufrührerischer Umtriebe und kerkerte ihn für viele Jahre in den Verliesen der Inquisition ein.
 
Die Araber geben der Astrologie ihren alten Glanz zurück
Über das Mittelalter hinweg bewahrten sie das astrologische Wissen, zusammen mit vielen anderen kulturellen Errungenschaften. Sie übersetzten viele antike Lehrbücher der Astrologie, bauten Astrolabien und reicherten das Wissen mit eigenen Entdeckungen an - so zum Beispiel mit den Bereichen, genannt nach den vier Teilen Arabiens, mit denen manche Astrologen noch heute arbeiten.
 

© 2003 E.T. Cie S.A.